Hierogamie

Hierogamie - heilige Hochzeit mythologische geschlechtliche Vereinigung eines göttlichen Paares oder zwischen
Göttern/Göttinnen und Sterblichen. Heiligen Hochzeit zwischen Himmel und Erde, den Elementen, Pflanzen und Tieren.



Friday, March 12, 2010

letzte Schneeflocken


Letzte Schneeflocken
Benetzen deine Glans ganz
Oder täuscht das Licht

Tuesday, March 9, 2010

Komm, weißer Wolf


Ein mondhelles Zimmer in Amsterdam
Dem Pulsieren der Zeit den Gar ausgemacht
Und ich rekle mich im Bett
Nackt, voll Vorfreude
Auf den großen weißen Wolf.

Du starker Wolf!
Komm und leg deine Schnauze
Auf meine Schenkel!
Denn ich warte

Durch geschlossene Türen
Tritt er ein
Das Schürfen seiner Pranken

Meine geöffneten Poren
Ein Hecheln
Leise Sprache
Die Schnauze am Bettrand
Stechende Augen
Wollen mich herausfordern
Wollen beharren
Wollen mich erinnern
Dass ich ihn liebe
Und befehlen darf
Mich nicht zu verletzen

Tuesday, March 2, 2010

Riemengesang

Das Scheuern und Wetzen
Echo: Das Scheuern und Wetzen
Schwarzer Lederriemen
Rosa Galopp über krachendes Eis

Den Bauch ganz flach am Boden
Hüften völlig aufgespreizt
Ihr Hunde, dürft kommen
Das ist meine Einladung
Aufs Kreuzbein zu steigen

Das Scheuern und Wetzen
Echo: Das Scheuern und Wetzen
Schwarzer Lederriemen
Rosa Galopp über krachendes Eis

Mein Schambein an der Erde
heiß die Klitoris wälzen
Ich Hündin, will kommen
Wessen Wunsch ist es nicht
Völlig passiv zu sein

Friday, February 5, 2010

Ihnen fehlt der Schlitz


Ein Wald voll Eichen
Früchte unter Schneedecke
Ihnen fehlt der Schlitz

Thursday, January 21, 2010

ein Reigen für Dich


Ein Reigen für Dich
Winterlicher Mannessaft
binnen Muskelring

Friday, January 8, 2010

solo una polla Lament


Ach, ich bin so unglücklich, so schrecklich trist und unpässlich
Es macht mich richtig krank, du hast nur einen Schwanz!
Solo una polla! Porque no tienes dos?

Wozu hab ich zwei Löcher, wenn du nicht beide füllen kannst?
Nur durch deine Schwellkörper schmilzt meine Innenwand.
Solo una polla! Porque no tienes dos?

Zwei Schwänze brauchst du, völlig klar!
von vorn und hinten, Du wärst mein Star!

Solo una polla! Porque no tienes dos?
Solo una polla! Porque no tienes dos?

Ach, ich find das komisch, die Natur denkt schrecklich unlogisch
Es macht mich richtig krank, du hast nur einen Schwanz!
Solo una polla! Porque no tienes dos?

Wozu hab ich zwei Löcher, wenn du nicht beide füllen kannst?
Denn nur mit doppelter Liebe schmilzt meine Innenwand.
Solo una polla! Porque no tienes dos?

Zwei Schwänze sollst du haben, völlig klar!
Elegantes unisono, Du wärst mein Star!

Solo una polla! Porque no tienes dos?
Solo una polla! Porque no tienes dos?
Solo una polla! Porque no tienes dos?

Tuesday, November 17, 2009

Schmelzende Schichten


Schmelzende Schichten
Pelz im Schnee über Stein
zwei Winterstunden


Friday, October 30, 2009

LIEBESARMEE, TEIL IV


Heute bald nach Sonnenaufgang war Tomas Kabila während der Freilegungsarbeiten an Figur 717 vom Baugerüst gestürzt. Sofort wurde er vom ärztlichen Team untersucht und als unverletzt befunden. Seinen Schilderungen zufolge hatte er in dem Moment, da er den Inhalt des Köchers mit einem Industriestausauger von den letzten Erdkrümeln befreite und als präkambrisches Schachtelhalmfossil erkannte, eine optische Täuschung: Die Pflanzenreste erschienen leuchtend grün.
Schachtelhalm, wie er vor der zweiten Eiszeit als Lebensraum der Dinosaurier Europa überzogen hatte. Nicht selten baumhoch.

Eines der großen Rätsel dieses herausragenden Fundes stellt die zeitliche Datierung in den unterschiedlichen Bereichen der Ausgrabungsstätte dar, wobei der Fundkontext nur sehr bedingt Anhaltspunkte für eine chronologische Einordnung bietet. Dies führt zur unumgänglichen, wenn auch verwirrenden Annahme, dass der Aufbau der Anlage über einen äußerst ausgedehnten Zeitraum stattgefunden haben muss. Die Zeitspanne beläuft sich dabei auf über siebenhundert Jahre. In stilistischer und technischer Hinsicht jedoch scheinen die Steinskulpturen wie aus einem Guss. Noch sind die Untersuchungen mit der C14-Analyse und Dendrochronologie bei weitem nicht abgeschlossen.
Und welche Bedeutung dürfen wir den polierten Fossilien aus präkambrischer Zeit in den Köchern der Reiterinnen beimessen? Waren die Gesellschaften solch früher Zivilisationen bereits in archäologische Bergungsarbeit verwickelt?

Die folgende Nacht ist eine für T. Kabila überaus emotionale. Er hat Herzrasen und zum ersten Mal seit dem Aufenthalt an der Ausgrabungsstätte, stört ihn die Weichheit seiner Schaumstoffmatratze. Nach endlosem Hin- und Herwälzen springt er plötzlich auf, um sich des blöden Dings zu entledigen und stattdessen ein Deckenlager auszubreiten, als er unvermittelt jemandes Präsenz hinter sich spürt. Erschrocken wirbelt Kabila herum, stolpert über die Decken und fällt unter der spärlichen Taschenlampenbeleuchtung zu Boden.
Hirotoshi war ins Zelt getreten. Kabila beginnt vor Erregung zu zittern und richtet sich auf.
So oft hatte Kabila von Männern geträumt, die letztlich nie auf ihn zugekommen waren. Aus seinen Augen strömen nun Tränen der Überraschung und Ergriffenheit. Die beiden wiegen sich in einem langsamen Tanz, die Erektionen des einen an die des anderen geschmiegt.

Friday, October 23, 2009

Thursday, October 15, 2009

LIEBESARMEE, TEIL III


Fundübergreifend kann für die Frauenfiguren festgehalten werden, dass die Körper sämtlicher Skulpturen aus ausgehöhltem Kalkstein bestehen, die Gesichter aber aus gegossener Bronze, mit Perlmutteinlegungen in den Augenhöhlen. Die breiten, nach oben geschwungenen Rinder- oder Büffelhörner und köcherartigen Ergänzungen einzelner Statuen an den Oberkörperseiten sind wiederum aus Stein gefertigt. Das handwerkliche Geschick und technische Wissen stellt in Hinsicht auf erste Datierungsversuche ein für Nordeuropa bisher unbekanntes Phänomen dar.
Je Individuum variiert die Größe der Figuren, liegt jedoch mit durchschnittlich 128 Zentimeter deutlich unter der mittleren Lebensgröße einer ausgewachsenen Frau dieser Region um 1300 v. Chr. Das Gewicht einer gehörnten Steinfrau bemisst sich bei etwa 436 Kilogramm.

Bei der Abtragung von Planum E2-G7 weisen oberflächliche Grabungsschnitte überwiegend Weltkriegsschutt auf, profundere jedoch meterdicke Packungen an Exkrementen und Knochenresten eines Unpaarhufers aus dem Oligozän der Gattung Protapirus simplex (vergleiche Photo 56, Prof. Dr. Paula Kurthestein).
Frauenfiguren 677 – 718 befinden sich in eingesunkener Sitzhaltung auf den rundlichen Leibern der prähistorischen Tapire, als würden sie schlafen. Figuren 673 - 676 jedoch liegen bäuchlings auf den Tierrücken mit angedeutet konvulsivischer Bewegung der Hüfte, Arme und Beine um die Tapirtorsi geschlungen. Die Köpfe der Tapire sind zum Himmel gerichtet, die Oberlippen flehmend hochgerollt. Im Gegensatz zu den restlichen Statuen haben diese Reiterinnen die Augen geschlossen. Mögliche Anhaltspunkte für einen hieros gamos.

436 Kilogramm oszillierendes Gestein. Diffuse Bilder von Kommendem, von Zukünftigem, von aus der Starre gelösten Gliedmaßen und dem Quellen von Blumenbergen aus Mund und Haar, zwischen Schamlippen, Fingern und Zehen. Diffuse Bilder vor blinden Perlmuttaugen über dem nahenden Sog der Ausatmung.
Sein Kommen ist warm und trocken. Sein Kommen nährt die Verbindung der Frauen zum ausgehobenen Erdreich und den magnetischen Strömungen darunter.

Monday, October 12, 2009

geliebter Baumgott


geliebter Baumgott
nur deine Beschneidung treibt
Orgelklang in spe



Thursday, October 8, 2009

LIEBESARMEE, TEIL II


Lautlos geschieht das sanfte Einströmen von Sauerstoff durch die Nasenflügel und Luftröhre aus Stein, gleichmäßig das Auffüllen der Lungenhälften im Steinbrustkorb und vollkommen symmetrisch die Ausdehnung der Steintorsi.
Das ist der Beginn der ersten unglaublich langsamen und weichen Einatmung.

Die durch dieses Einatmen entstehenden minimalen Transformationen in den Kalksteinmolekülen wären vielleicht aus einigem Abstand und mit halbgeschlossenen Augen zu erahnen. Allerdings kleben Mag. Hirotoshi und Mag. Kabila plus Team bei den Freilegungsarbeiten dafür zu nahe an den Figuren. Derartige in Details vertiefte Aufmerksamkeit muss momentan den Blick auf die Gesamtheit verwehren.

Die verkürzte stratigraphische Abfolge des Realbefundes sämtlicher unüberbauter Oberböden, deren Verfärbungen im Erdreich und die tonisierte Lage der Gegenstände in C6-D7 würden zwar auf Brand- und Zerstörungsschichten deuten, die Fundstücke erscheinen jedoch unbehelligt. In den oben genannten Suchflächen befinden sich durchwegs stehende genauer schreitende Figuren. Im Folgenden sind zwei Gruppen zu unterscheiden. Ihre wahllos erscheinende Anordnung lässt noch keine konkreten Schlüsse auf eine Interaktion zu.
Zum einen die Blumenträgerinnen, deren beide Hände jeweils eine Schale formen, darin, in feinst ziselierter Ausführung, orchiedeenähnliche steinerne Blüten, zum anderen die Säerinnen, den einen Arm flach an der Oberschenkelseite angelegt, den zweiten diagonal vor dem Körper ausgestreckt, sodass die Saat, würden die bohnenförmigen Samen aus der Lochöffnung an der Unterseite der zu Fäusten geballten Hände dringen, neben dem rechten Fuß landen müsste.

In die Gehirnwindungen von Figur 323, Planum C6 dringen jetzt lang entbehrte Nährstoffe. Die folgende Wiederbelebung und Durchblutung absenter Kanäle lockt mögliches Bewegunsgpotential. Bewusstsein beginnt sich aufzufalten. Das steinerne Hohlwesen wird seines Kopfes gewahr, des harten Gehirns darin. Und schwer wiegen die bronzenen Bauchorgane. Mit einer Art Wollust erspürt es steinerne Ergänzungen an seinen Flanken.

Wednesday, October 7, 2009

Zimt und Blausäure



Zimt und Blausäure
Eine Herbstanektote
Würdig der Stille



Smaragdpupille



Smaragdpupille
Streichle sanft meine Schenkel
Waten im Wasser



Sunday, October 4, 2009

LIEBESARMEE, TEIL I


Wildschweinharn gleitet von Pilzen hinab auf Flechten, durch Moos, trockenes Birkenlaub, sickert dampfend in die Planetenkruste. Aufstrebend und hellweiß thront dagegen die Anwesenheit der Bäume. Reife Früchte fallen aus ihren schimmernden Lenden. Lustvoll greifen die Pflanzen in die blinde Tiefe des Erdreichs, saugen ohne Unterlass am Fundament, um dort ein entblößtes Spiegelbild auszuweiten. Verworrene Radix, Unterhöhlungen, nachtfarbene Würmer, Larven, Fäkalien. Physikalische und chemische Verwitterung. Vertikal aufschlüsselbare Bodenhorizonte.

Irgendwo dort, zwischen diesen Quaderlasten mehrerer tausend Jahre und 3000 Kilometer vom glühenden äußeren Erdkern entfernt, verharren zarte symmetrische Geschöpfe. Unerforscht. Unbeirrt. Steinbrust an Steinrücken. Gefesselte Körper on standby. Die geschwungenen Lippen ihrer Bronzegesichter halb geöffnet, ebenmäßige Herzen. Mit eigenartigen Gewächsen im Tross. Aus der Fülle von über zwölf versteinerten Pflanzengattungen die aus Planum Y 6-13 geborgen werden (vgl. Abbildungen 908 – 1029), können Dr. Valentista und seine Mitarbeiterinnen lediglich Kalamiten und Bärlapppflanzen identifizieren.

Zwölfhunderttausend gehörnte Frauengesichter auf langen ausgehöhlten Hälsen. Polierte Perlmuttaugen, den Blick nach Innen gerichtet, flache Wangen, breite Stirn und darüber in delikaten Verschlingungen aufgesteckte Haarbündel.
Steinerne Frauen. Deren Nasen und Münder in feuchte Erdkeile gepresst. Deren Atem on standby. Deren entleerte steinerne Lungen, deren Brustkorb. In Schwebe. Suspended.

Typologie 8, Klassifikation der zu bergenden Gegenstände, Fundstücke 312 – 423 und ihre formalen Kriterien wie Datierung, Chronologie der Ausbreitung und sozioökonomische Einordnung. Der präzisierte Eingang in Kombinationsanalysen wird im Vergleich zu vorangegangenen Entdeckungssituationen im benachbarten Sektor unter erschwerten Umständen durchgeführt. Das Fundmaterial ist von säurespezifischem und grundlegend hypermobilem Status geprägt. Ein Herantasten muss ausschließlich durch Punktgrabung und Sondierschnitte erfolgen. Trotzdem die Mitarbeiterinnen Dr. Berthol und Mag. Kellerich bei der Bergung des Materials mit äußerster Vorsicht und vorgeschriebener Schutzkleidung voranschreiten, erhalten beide Verbrennungen ersten Grades an den oberen und Schleifspuren an den unteren Extremitäten.

Das sanfte Klopfen von Archäologenhänden, ihren Kellen, Vermessungsgeräten und Pinselchen, das zaghafte Einströmen haarfeiner Sauerstoffsäulen aktiviert bei den lebensgroßen Statuen Erinnerungen an ein Tag-Nacht Verhältnis. Annäherung an ein Erwachen aus suspended kumbakha....

Thursday, October 1, 2009

Dein Lingam, mein Baum


Dein Lingam, mein Baum
Herbstliche Reibung im Schlaf
Braun und grünes Moos